Virtuelle Öffentlichkeit als Bühne

Auf „Romeo und Julia“ basierend wurde in einem Schreibkurs das Stück gelesen, interpretiert und in die
Lebenswelt der Jugendlichen übersetzt, die sich dann ihre Rollen aussuchten. Im Medienkurs wurde pro Rolle
ein Twitter-Profil angelegt. Hier agierten die Teilnehmenden als ihr Rollenprofil mit eigener Biografie,
Texten, Videos und Bildern. Aus der Twitter-Inszenierung erwächst die Hörspielproduktion. Hier findet eine weitere Verdichtung und Adaption des Stoffes und Umsetzung mit weiteren digitalen Mitteln statt.

Die Gestaltung des Inhaltes lag bei den Jugendlichen, obgleich ein Rahmen gesetzt wurde:
„Romeo“ und „Julia“ wohnen in Rostock und eine der beiden Familien hat einen Migrationshintergrund.

Lesen von Literatur und literarisches Schreiben werden so in einen kreativen Prozess eingebunden, der sich wiederum in solchen Medien bewegt, die der Lebens- und Interessenwelt der Jugendlichen entspricht und konkrete Ergebnisse dieser Kulturtechniken hervorbringt. Das Kennenlernen von Techniken, Institutionen, die Entwicklung von Empathie und die klassische Bildung werden also nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel der Entfaltung und Beteiligung wahrgenommen.

Ziele der Schreibwerkstatt
Über Lese- und Schreibkompetenz hinausgehend, soll literarisches Schreiben als produktionsorientiertes Verfahren der Verarmung der Sprache entgegenwirken. Durch die Übertragung eines klassischen literarischen Stoffes in die Lebenswelt der Teilnehmenden wird spielerisch der Begriff „Hochkultur“ neu definiert: weg von „hoher Hemmschwelle“ hin zu „hoch aktuell“.

Ziele der Medienwerkstatt
Nachdem der Text für „Romeo und Julia in Lichtenhagen“ in der Schreibwerkstatt entwickelt wurde, wurde von den Teilnehmern in einem mehrwöchigen Medien-Kurs eine Twitterpräsentation der Rollen veröffentlicht. Als vorgetäuscht-authentische Internetprofile erwachen die Rollen zu virtuellem Leben. Dieser Schritt dient dem bewussten Schritt in die Öffentlichkeit und soll die Wahrnehmung von virtueller Öffentlichkeit als „Bühne“ schärfen.

Ziele der Radiowerkstatt
Aus den Ergebnissen der Schreib- und Medienwerkstätten wird eine Radio-Novela mit und im Lokalradio Rostock produziert. Nach dem Erwerb der technischen Fertigkeiten lernen die Teilnehmenden die besonderen Anforderungen eines Hörspiels kennen und gestalten die Fortsetzungsgeschichte auf allen Ebenen selbst. Unter Anleitung erstellten sie Szenen, Vorgang, Musik und Geräusche sowie die Bewerbung der Radio-Novela.

Das pädagogische Konzept

Inklusive Pädagogik
Die heterogene Gruppe soll gerade in den verschiedenen Herkünften, sozialen und kulturellen Gegebenheiten einen Vorteil erkennen, der sich direkt in der Umsetzung der persönlichen Biografien in die Rollenbiografie äußert. Die persönlichen Biografien der Teilnehmenden fließen in die Gestaltung der Rollen ein, vermischen sich und werden künstlerisch verfremdet.

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