Nonlineares, kombinatorisches Erzählen – Bitte was?

Twitter als Mikroblogging-Dienst ist für eine lineare Erzählweise denkbar ungeeignet. Gut, dass wir das auch gar nicht vorhaben. In der Konzeptionsphase war zunächst Instagram mein Favorit. Den ortsansässigen Teenies über das Smartphone geschaut, stellte ich fest, dass da keineswegs nur bunte Luftballons auf dem Display tanzten. Fortsetzungsgeschichten wurden auf Plattformen veröffentlicht, die eigentlich nicht für längere Texte gedacht sind. Auf die Frage, warum sie nicht einen schönen BLOG einrichten und statt dessen lieber unter die Bilder auf Instagram ihre Episoden schrieben, kam nur: „Lange Texte lesen die eh nicht.“ Aha – Kulturverfall – ahnten wir es doch. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass das Gegenteil der Fall war. Hier wurden ganze Welten erschaffen („Kann ich in der Geschichte fliegen?“ „Nein, in dieser bist Du unsterblich. Fliegen kannst Du in der Whats App Fan Fiction.“ „Ach ja.“) inklusive Regieanweisungen und paralleler Privatunterhaltung.   Twitterprofile sind Mini-Blogs, was eine gewisse Souveränität bedeutet. Die Einmischungsmöglichkeiten anderer Blogger halten sich in Grenzen. Man kann sich – neben anderen Möglichkeiten –  den Beitrag eines anderen Bloggers auf das eigene Profil „retweeten“ und quasi bei sich kommentieren oder dem anderen eine Antwort schicken, was zur Folge hat, dass der eigene Text erscheint und das, worauf geantwortet wird als Link. Das Ganze hat etwas von einer Schnitzeljagd aka Hyperlinkhopping. An dieser Stelle muss ich mal den lustigen Wikipedia-Artikel zitieren: „Inhaltlich entspricht das Konzept von Hyperlinks Querverweisen in der gedruckten Literatur, deren Ziel dort allerdings in der Regel manuell aufgesucht werden muss.“ IN DER REGEL?   Wer was wie sehen kann, hängt auch sehr davon ab, ob man über den Browser oder die App angemeldet ist, ob man einen PC oder ein iPad nutzt … Die Mechanismen der Veröffentlichungsstruktur zu verstehen ist ein Spaß für sich. Dieser wird nur noch durch die als Freude getarnte Verwirrung getoppt, die entsteht, wenn man eine ursprünglich linear konzipierte Geschichte nun in diesem Hyperlinkhopping versucht zu erzählen…to be continued

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